Kinderosteopathie ist eine Spezialdisziplin der Osteopathie.

Babys, Kleinkinder und Heranwachsende befinden sich mitten in ihrer Entwicklung. Beständig verändern sich ihr Körper und ihr Stoffwechsel, daher benötigen Kinderosteopathen umfassende Kenntnisse über die Besonderheiten der Anatomie, des normalen Entwicklungsablaufs und des Wachstums des Kindes. Dafür reicht die Grund-Osteopathie-Ausbildung nicht aus, denn Kinder kann man nicht einfach als kleine Erwachsene betrachten.

Mit der zusätzlichen und umfangreichen Kinderosteopathie-Weiterbildung ist der Osteopath in der Lage, die Informationen aus der vorgefundenen Motorik, den Lagereaktionen und den Reflexen zusammen zu führen und zu erkennen, ob es sich um eine altersgerechte Entwicklung, eine Entwicklungsverzögerung auf Grund einer Funktionsstörung oder einer Krankheit handelt.

Der Vergleich zum idealen Verlauf der motorischen Entwicklung zeigt dem Osteopathen, wo die Abweichungen in der Entwicklung des Säuglings/Kleinkindes liegen und helfen ihm so, den Ansatzpunkt zu finden, an dem eine osteopathische Intervention sinnvoll ist.

Jedes Kind ist individuell in seiner Entwicklung und oft läuft diese nicht nach dem idealen Plan A ab. Wenn es irgendwo hakt, dann kommen Plan B oder C zum Einsatz. Wenn zum Beispiel ein 3-4 Monate alter Säugling in Rückenlage seine Beine nicht abhebt, sondern viel lieber liegen lässt und sich bereits bemüht über die Kopfbeugung hinzusetzen wie beim Sit up, dann entspricht das nicht der normalen Entwicklung und kann zum Beispiel auf Problemen im Bauchraum (Blähungen oder Leberproblemen) hindeuten.

Ein ähnliches Problem tritt oft bei Schreikindern auf. Diese weinen/schreien oft kurz nach der Mahlzeit ausdauernd und kommen nicht zur Ruhe oder sie erbrechen sofort die halbe Mahlzeit. Oft wird bei diesen Kindern schulmedizinisch keine greifbare Ursache gefunden.

Einen möglichen Grund für das Schreien und Erbrechen sieht die Osteopathie unter anderem in Spannungen am Bindegewebe der Nahtstellen der Schädelknochen. Die Knochen sind noch beweglich und haben sich bei der Geburt auf- und zugefaltet. Normalerweise finden die Schädelknochen ihre Normal-Stellung schnell wieder, doch in manchen Fällen verkanten oder blockieren sie sich. Es kommt zu Spannungen im Bindegewebe und zu Irritation der Nerven. Diese regeln die Verdauung und können bei Irritationen zu Problemen führen, die sich im Erbrechen oder Schmerzen äußern können. Der Osteopath kann die Blockaden aufspüren und mit sanften Techniken lösen.

Ähnliches gilt für die Dreimonatskoliken. Auch hier liegt oft eine Mobilitätsstörung des Darms vor, der dadurch verkrampft. Stuhl verweilt zu lange im Darm, Blähungen entstehen und die Babys verspüren kolikartige Schmerzen. Osteopathen ertasten die Verkrampfungen, lösen diese und normalisieren zudem die Versorgung des Verdauungstrakts.

Werden die Kinder größer, treten andere Beschwerden auf, wie zum Beispiel immer wiederkehrende Mittelohrentzündungen. Hier kann eine osteopathische Intervention die Verklebungen des Verbindungskanals zwischen Rachen und Mittelohr lösen und so den Abfluss von Flüssigkeiten wieder herstellen und die Wahrscheinlichkeit, dass ein operativer Eingriff notwendig wird, reduzieren.

Auch bei Wachstumsschmerzen, bei denen sich Knochen und umliegende Strukturen unterschiedlich schnell entwickeln, kann der Osteopath durch eine Verbesserung der Versorgung von Muskeln, Faszien und Bändern, eine Linderung herbeiführen

Die Osteopathie kann für die Entwicklung der Kinder gute Voraussetzungen schaffen, indem sie Stolpersteine ausräumt oder die Weichen wieder in die richtige Richtung stellt.

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